Zum Geleit

Der Begriff Jammern kommt vom Mittelhochdeutschen Jämer und ist wohl auf das Wort jämar = traurig zurückzuführen. Vermutet wird die Ableitung von einem Schmerzlaut, vielleicht jämineh. In Bezug auf das Jammern gibt es in allen Gesellschaften und damit in den Köpfen der Menschen unterschiedliche Erwartungen und Vorurteile.

 

Zunächst ist Jammern ein in alten und neuen menschlichen Gesellschaften gleichermassen nachzuweisendes Phänomen. Menschen verschaffen sich durch intensives Jammern Erleichterung oder doch zumindest Abstand von Unpässlichkeiten, Wehwechen, Störungen, aber auch gefühlsmässige Distanz von Schicksalsschlägen und schmerzlichen Erfahrungen.

 

Durch den Ausbau des Idealbildes unempflindlicher Männlichkeit in den letzten Jahrzehnten ist allerdings der Eindruck entstanden, beim Jammern handle es sich um ein unausgewogenes, verweichlichtes Verhaltensschema. Und nicht um eine bewährte Methode zur seelischen und psychischen Katharsis.

 

Auch für Frauen, die vielleicht seit Jahrhunderten rund um den weiblichen Zyklus jammern, sollte ein Signal gesetzt werden, dass es sich hierbei um ein psychologisch einwandfreies Verhalten handelt!

 

Copyright © 2003 Think Gesellschaft für neue Kommunikationsstrategien mbH. Alle Rechte vorbehalten. Stand: Juli 2003